Ich bin viele

Wir sehen die Dinge nicht, wie sie sind.
Wir sehen sie, wie wir sind.

Anais Nin

 

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Ich bin viele.

Wir glauben, wir hätten ein konstantes Ich, und nur die Gefühle würden sich ändern.

Bin ich eine egoistische Person, die manchmal an andere denkt, oder bin ich eine selbstlose Person, die manchmal an sich denkt? Ist ein Zebra ein schwarzes Tier mit weißen Streifen oder ein weißes Tier mit schwarzen Streifen?

Wahr ist, wir bestehen aus vielen Teilpersönlichkeiten: innere Sechsjährige, innerer Zwölfjähriger usw., Mutter, spirituelle Sucherin, Weiser, bodenständige Realistin, Visionär, Geschäftsfrau oder was auch immer.

Jede Persönlichkeit ist ein Paket und hat ihre eigene Wahrnehmung, Gedanken, Emotionen, Weltanschauung, Körperhaltung und eine eigene Bedürfnishierarchie.
Und die Persönlichkeiten wechseln einander ab - eben noch waren Sie 47, im nächsten Moment sind Sie sieben Jahre alt. Weil jemand etwas gesagt hat, das Ihren schmerzvollsten Glaubenssatz ausgelöst hat.

Diese Persönlichkeiten sind da natürlich nicht wirklich. Eigentlich ist da nur Bewusstsein.
Dass uns diese Persönlichkeiten so real erscheinen, liegt daran, dass wir uns mit einigen von ihnen so sehr identifizieren: sie haben eine positive oder eine negative Ladung.

Die Persönlichkeiten mit der negativen Ladung sperren wir gerne in die Besenkammer. Auf magische Weise entwischen sie von dort - und manifestieren sich in anderen Menschen. Und dort lehnen wir sie dann ab.

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