Substantivierungen

Es ist traurig, eine Ausnahme zu sein.
Aber noch viel trauriger ist es, keine zu sein.

Peter Altenberg (österr. Schriftsteller)

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Substantivierungen

Substantivierungen erscheinen gebildet. Und man kann damit viele Informationen in einen Satz packen.

Aber Substantivierungen bewirken, dass der Text stillsteht. Ich habe Sätze gelesen, die sich über sieben Zeilen erstreckten und extrem viel Inhalt enthielten - und das einzige Verb war ein "ist" oder "sind".

Der Text wirkt auf den Leser wie eine Burg, vor der er steht. Und oft muss man einen solchen Text mehrmals lesen, um ihn zu verstehen.
Der Autor versteckt sich hinter seinen Worten wie hinter einer Armee.

In einem Text ist es ein bißchen wie auf der Bühne:
Substantive sind die Schauspieler in einem Text,
Verben sind die Handlungen.
Wenn auf einer Bühne sehr viele Schauspieler präsent sind, müssen sie etwas TUN. Sie können dort nicht nur SEIN, sonst stehen sie ja nur herum - und es wird langweilig.

Also bitte Action!

Benutzen Sie immer so viele Verben wie möglich.
Aber Achtung: Verwenden Sie keine Spagatverben! (Beispiele: aussöhnen, bekanntmachen, nachtrauern, zusammensetzen etc.) Wenn der Leser nach dem ersten Teil des Verbs 20 Worte lesen muss, bis endlich die rettende Auflösung kommt, überfordern Sie ihn.

Wenn Sie viele abstrakte Begriffe in einem Satz verwenden, brauchen Sie richtig saftige Verben. Farblose Alibi-Verben wie "sind", "tun können", "(be-)wirken" und "ermöglichen" sollten Sie in solchen Sätzen sehr sparsam einsetzen. Diese bringen kein Leben in den Satz.

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