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Zehn Fragen rund um Mediation

Eine streitige Scheidung kostet Zeit, Geld und Nerven. Ist eine Mediation eine gute Strategie, dies zu sparen? Die Mediatorin, Anwältin und Kommunikationstrainerin Michaela Albrecht beantwortet die häufigsten Fragen rund um Mediation:

1. Was ist Mediation eigentlich genau?

Der Begriff bedeutet Vermittlung im Konflikt: Eine neutrale Person moderiert das Gespräch der Konfliktparteien. Die Parteien stellen ihre Interessenlage dar und die Mediatorin hört zu und übersetzt. Denn wenn man wütend und verletzt ist, greift man an, macht Vorwürfe, sarkastische Bemerkungen usw. Die andere Seite kann das schwer aushalten. Sie sammelt Munition, um selbst anzugreifen. Ich höre als Mediatorin den Schmerz hinter den Angriffen und Vorwürfen. Ich formuliere das Gesagte in Gefühle und Bedürfnisse um, damit die Parteien einander wieder zuhören können. Und gemeinsam Lösungen finden.

2. Für wen kommt eine Mediation in Frage?

Sie kommt generell für alle in Frage, die einen Konflikt haben - also nicht nur für Ehepaare. Das Wichtigste ist, dass die Beteiligten freiwillig teilnehmen.

3. Warum sollte man überhaupt eine Mediation machen, anstatt sich einfach nur scheiden zu lassen?

Weil das Gericht keine Beziehungsprobleme lösen kann. In einer streitigen Scheidung versuchen die Parteien, einander zu schaden, weil sie wütend sind oder einander sogar verachten. Meist versuchen sie es über das Geld oder über die Kinder. Was die Parteien eigentlich brauchen, ist Empathie für den Schmerz, der unter dem Ärger und der Verachtung liegt. Das hat in einem Scheidungsverfahren keinen Raum. Und so kommt eine mehr oder weniger hilflose Lösung heraus, mit der keiner wirklich glücklich ist.

4. Sind das nicht doppelte Kosten?

Da Sie für die Scheidung das Gericht sowieso brauchen, stimmt es, dass eine Mediation extra Geld kostet. Wenn Sie aber in der Mediation z.B. Sorgerecht, (Kindes-)Unterhalt und Zugewinnausgleich regeln, können Sie das Verfahren abkürzen und erleichtern.

5. Findet man in einer Mediation nicht nur (faule) Kompromisse?

Vor Gericht ist es wahrscheinlicher, einen faulen Kompromiss zu schließen als in einer Mediation. Denn Richter empfehlen gerne einen Vergleich. Der Richter sorgt dabei für sich selbst: bei einem Vergleich muss er kein Urteil schreiben; und die Akte verschwindet aus der Registratur. Meist ist so ein Vergleich nicht zufrieden stellend. In einer Mediation kann man wieder Verbindung herstellen und einander SEHEN. Und findet eine Lösung, mit der alle gut leben können.

6. Wie hoch sind die Erfolgschancen bei schwierigen Konflikten?

Wenn viel "verstrickt" ist, kann die Mediation natürlich länger dauern. Aber nach meiner Überzeugung ist eine Mediation gerade bei schwierigen Konflikten viel nützlicher als ein Gerichtsverfahren.

7. Kommt man vor Gericht nicht eher zu seinem Recht?

Ihr Erfolg in einem Gerichtsverfahren hängt von vielen Faktoren ab, die Sie nicht kontrollieren können: von der Qualität Ihres eigenen Anwalts, von der Qualität des gegnerischen Anwalts, von der Qualität des Richters, von der Beweislage, von den Leitlinien Ihres Gerichtsbezirks. Sie haben nichts in der Hand. In einem Mediationsverfahren haben Sie viel mehr Kontrolle, weil es nur die Konfliktparteien und die Mediatorin gibt.

8. Sind die Vereinbarungen einer Mediation so verbindlich wie ein Richterspruch? Was mache ich, wenn der Andere sich nicht daran hält?

Wenn Sie mit der Vereinbarung zum Notar gehen und eine Zwangsvollstreckungsklausel einfügen lassen, ist die Vereinbarung genauso verbindlich wie ein Richterspruch.

9. Kann ich noch vor Gericht gehen, wenn die Mediation scheitert?

Ja, wenn Sie die Mediation vor einer verbindlichen Vereinbarung abbrechen, ist es so, als hätte die Mediation nie begonnen.

10. Wie erfolgreich ist eine Mediation?

Nach einer deutschen Studie von 2006 empfehlen 80% der geschiedenen Paare, die eine Mediation besuchten, das Verfahren weiter. 64% der Befragten gaben an, das übliche Gerichtsverfahren hätte ihren Ärger erhöht.
16% waren mit dem Gerichtsverfahren zufrieden.

Michaela Albrecht - Die Kommunikationswerkstatt
Elbestraße 33 | 64390 Erzhausen | Fon 06150 / 961 994
www.michaela-albrecht.de | info@michaela-albrecht.de

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