Ich mediiere - wie ich als Mediatorin arbeite:
Die meisten Menschen haben keine genaue Vorstellung von einer Mediation.
Eine Mediation ist kein Spaziergang.
Es geht nicht darum, "emotionsfrei und vernünftig die Sachthemen zu klären".
Wenn die Konfliktparteien das könnten, bräuchten sie nämlich keine Mediation.
Menschen, die sehr verletzt sind, verletzen den Anderen, damit er "endlich mal spürt, wie das ist!".
Sie brauchen eigentlich Empathie. Sie können einander gar nicht wahrnehmen, so lange sie in ihrem Schmerz nicht gesehen und abgeholt worden sind.
Sie brauchen also einen Dritten.
Zum Beispiel mich.
Ich bringe die Konfliktparteien mit ihren Gefühlen in Verbindung. Alle Gefühle haben ihre Berechtigung - es ist vollkommen ok, wütend, verletzt oder enttäuscht zu sein.
Indem ich einfühlsam zuhöre und das Gehörte in Gefühle und Bedürfnisse übersetze, kommen die Konfliktparteien bei sich an. Und können sich langsam entspannen.
Mediation funktioniert übrigens nicht immer.
Manche Konfliktparteien wollen einfach nichts fühlen - und man kann sie ja nicht zwingen.
Und manche haben eine Burg aus Projektionen, Verurteilungen, Erwartungen und Moralvorstellungen errichtet und verstehen nicht einmal, wozu sie eigentlich hergekommen sind.
Wenn ich sehe, dass meine Kompetenzen nicht ausreichen, kommuniziere ich das. Und schicke die Konfliktparteien zu professionellen Kollegen (Therapeuten etc.).
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