Paradigmenwechsel
Paradigma: Es gibt viele verschiedene Definitionen zu diesem Begriff. Um es einfach zu machen: ein Paradigma ist ein vorherrschendes Denkmuster in einer bestimmten Zeit.
Paradigmenwechsel: Wenn in einer Wissenschaft Abweichungen auftreten, die sich nicht mehr durch das bis dahin geltende Paradigma erklären lassen, beginnt eine Krise: Forscher versuchen, die anomalen Entdeckungen mit dem alten Paradigma zu vereinbaren.
Wenn dies über einen längeren Zeitraum hinweg nicht gelingt, beginnt die Zeit der wissenschaftlichen Revolution. Es werden neue Theorien ersonnen, die mehrere Aufgaben zu erfüllen haben: Sie sollen gleichzeitig die Probleme lösen, die die Wissenschaft in die Krise geführt haben, und viele der Fragen beantworten, die das alte Paradigma bereits zufriedenstellend lösen konnte.
Derzeit steht ein solcher Paradigmenwechsel an - vom mechanistischen zum holistischen Weltbild.
In der Gewaltfreien Kommunikation versteht man unter Paradigmenwechsel den Schritt vom Mangeldenken, wo bestenfalls Kompromisse gefunden werden konnten, zur Welt der Fülle, wo Win-Win-Lösungen angestrebt werden.
In der Mangelwelt gibt es Täter und Opfer.
In der Welt der Fülle gibt es dagegen Menschen, die ihre Bedürfnisse erfüllen, und durch ihre gewählten Strategien geraten die Bedürfnisse anderer Menschen gegebenenfalls in Mangel. Bewertungen gelten nicht mehr absolut, sondern werden relativ betrachtet. (Bsp. Schmatzen - in Deutschland und wohl ganz Europa gilt es als unfein, in Asien dagegen wird die Auffassung vertreten, ohne Schmatzen könne man das Essen nicht genießen).