Giraffen, Wölfe und Krokodile - Tiere als Symbol in der GFK
Marshall Rosenberg wollte mit GFK auch in Schulen arbeiten. Es fiel ihm ein, dass Kinder sich gut mit Handpuppen identifizieren können (er stellte später fest, dass das auch für Erwachsene gilt).
Er fand die Giraffe geeignet, weil sie das Landtier mit dem größten Herzen ist (wegen des langen Halses) und einen sehr guten Überblick hat. Sie hat keine natürlichen Feinde und ist Pflanzenfresser.
Für die "normale" Sprache wählte er den Wolf bzw. den Schakal. Er ist ein Raubtier und hat weniger Überblick. Er steht für die Glaubenssätze, dass man sich durchsetzen muss, dass man Recht haben muss, dass einem nichts geschenkt wird etc.
Da ich mich seit einiger Zeit mit Gehirnforschung beschäftige, wähle ich für die "Wolfssprache" manchmal lieber das Krokodil.
Denn erstens ist der Wolf bei vielen Menschen ein Sympathieträger - viel mehr als das Krokodil.
Und zweitens kommen unsere Aggressionen und Gefühle des Angegriffenseins aus dem Reptilienhirn. Dieses spielt nach den Ergebnissen der Hirnforschung die Hauptrolle in unseren sozialen Systemen. Und es ist so überaktiv, dass wir bei jedem Konflikt den Säbelzahntiger vor uns sehen - und flüchten oder kämpfen. Und uns getrennt fühlen.