Berührender Bericht einer amerik. Englischlehrerin aus Sendai, Japan

Diesen Brief habe ich heute von einem Netzwerk bekommen und möchte ihn hier veröffentlichen, um zu zeigen, was die Katastrophe in Japan hervorbringt: Kooperation, Mitgefühl, Hilfsbereitschaft,  menschliche Nähe. Er ist von einer Amerikanerin, die seit zehn Jahren in Japan Englisch unterrichtet.

ANNE THOMAS  3/14/2011 published online @ Ode magazine

Things here in Sendai have been rather surreal. But I am very blessed to have wonderful friends who are helping me a lot. Since my shack is even more worthy of that name, I am now staying at a friend’s home. We share supplies like water, food and a kerosene heater. We sleep lined up in one room, eat by candlelight, share stories. It is warm, friendly, and beautiful. Mehr lesen »

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Kernschmelze in Japan

Gerade habe ich gelesen, dass das Erdbeben in Japan doch zu einer Kernschmelze geführt hat. Und bin sehr erschüttert und traurig. Und ich bin auch extrem wütend, wenn ich sowas lese:

“Eine Katastrophe wie im japanischen Atomkraftwerk Fukushima kann sich in Deutschland nach Angaben der AKW-Betreiber so nicht ereignen. „Eine Verkettung eines derart schweren Erdbebens und eines schweren Tsunamis ist in Deutschland nicht vorstellbar“, erklärte das Atomforum, in dem die Kraftwerksbetreiber zusammengeschlossen sind, am Samstag. Die deutschen AKW seien so ausgerichtet, dass sie auch starken Erdbeben widerstehen könnten. Die deutschen Betreiber würden die Vorkommnisse in Japan auswerten, sobald die hierfür notwendigen gesicherten Erkenntnisse vorlägen.” (Quelle: Fokus online, http://kurzurl.net/oLtBi)

Bitte, wen interessiert, was AKW-Betreiber sagen? Die haben doch ein finanzielles Eigeninteresse an einer möglichst langen Laufzeit! Das ist so, als ob man die Katze versprechen lässt, dass keine Gefahr für die Maus besteht, wenn sie sich ihr  nähert: “Nein, nein, das Leben der Maus ist zu keinem Zeitpunkt in Gefahr.” Die AKW-Betreiber sind einfach grob fahrlässig. Sie haben die Hoffnung, dass schon nichts passieren werde. Und wenn es dann doch passiert? Dann werden sie sagen, dass es ihnen leid tut. Das kann ich schon bei meinen Kindern nicht leiden, wenn sie eine gefahrgeneigte Tätigkeit beginnen und mir versprechen, es werde nichts passieren. Und dann passiert doch was, und sie sagen, dass es ihnen leid tut. Davon habe ich dann auch nichts mehr!

Ich bin sehr traurig und ratlos und wütend.
Schade, es war so ein schöner Tag.

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Manchmal ist auch ein Wörterfall sprachlos.

Heute habe ich eine der größten und umfassendsten Wertschätzungen meines Lebens erhalten – Roland Kopp-Wichmann hat mein Buch nicht nur bei Amazon rezensiert, sondern ihm sogar einen ganzen Artikel in seinem Blog gewidmet: http://kurzurl.net/NHgwf. Mehr lesen »

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Warum Ihr neuer Firmenauftritt wie eine zu große Jacke sein sollte…

@Mario/Fotolia.de

Neulich erklärte ich einer neuen Kundin, wie ich ein Logo begreife – z.B. im Rahmen eines Relaunchs: “Ich entwerfe Sie in die Zukunft. Dort sollen Sie größer sein als jetzt. Und daher sollen Ihr Logo und Ihr Firmenauftritt Sie ein kleines bißchen überfordern.”

Da man sein Logo nicht ständig modernisieren kann (und das auch nicht soll!),  entsprechen Logos meistens der Vergangenheit – sie zeigen Ihr Unternehmen, wie es früher einmal war. Wenn man wachsen will, braucht man einen Relaunch. Dieser braucht bzw. sollte nicht vollkommen anders zu sein als das alte Logo – vergleichen Sie die Neuerung mit einer neuen Frisur für Ihren Mann. Sie tauschen nicht gleich den ganzen Kerl aus, sondern geben ihm einen neuen Haarschnitt, eine neue Farbe, vielleicht einen neuen Anzug. Aber man erkennt ihn noch wieder.

Mit Ihrem Logo machen Sie es genauso – aber der Look, den Sie dem Logo geben, sollte nicht den Ist-Zustand wiedergeben, sondern etwas zu lange Ärmel haben. Etwa so, wie man einem neugeborenen Baby nicht einen Strampler in Größe 56 kauft, weil ihm dieser Strampler ja nur ungefähr 2 Tage lang passt. Man kauft einem neugeborenen Baby z.B. etwas in Größe 74 oder 80, und die Eltern sollen einfach eine Weile die Ärmelchen hochkrempeln.

Das ist gut – auch für Ihre Corporate Identity.
Wenn sie ein kleines bißchen zu groß ist, dann schlottert sie sozusagen an Ihnen -  Sie können noch reinwachsen. Und das werden Sie auch. Sie gibt Ihnen Halt und eine Richtung, eine Orientierung für die Zukunft. Sie werden sich so weiterentwickeln, dass Sie in die CI hineinpassen.

Wichtig ist aber, dass sie nicht so groß ist wie der nebenstehende Anzug. Denn sonst überlastet dies Ihr System. Dies kann vor allem passieren, wenn Sie von hemmenden Glaubenssätzen gebremst werden, oder wenn ein Selbstsabotageprogramm aktiv ist. Wenn Ihre CI dann zu groß ist, wird sie Sie hemmen. Sie wird nicht zu Ihnen passen, keiner glaubt sie Ihnen, Sie wirken wie ein schlecht gecasteter Schauspieler. Und Sie werden dann auch keinen geschäftlichen Erfolg haben.
In solchen Fällen ist es besser, erst einmal kleine Logobrötchen zu backen. Wenn Ihr Designer eine gute Menschenkenntnis hat und wirklich kundenorientiert ist, kreiert er Ihnen nicht das bestmögliche Logo in Ihrer Branche, sondern eines, das wirklich zu Ihnen passt. Auch wenn es bedeutet, dass es erstmal schlicht ist.

Die CI sollte also ein bißchen schlottern, Sie ein bißchen überfordern – dann werden Sie reinwachsen. Besonders Frauen fühlen sich unwohl, sich vollmundig zu bewerben – weil Eigenlob ja stinke. Männer haben mit diesem Geruch weniger Probleme. Ich auch nicht, obwohl ich eigentlich sehr geruchsempfindlich bin. Ich stelle meine Auftraggeber daher immer groß und kompetent dar. Und vor einigen Tagen habe ich gehört: “So wie du mich dargestellt hast, kann ich jetzt meine eigene Arbeit viel mehr wertschätzen.” Das ist ein wunderbares Kompliment. Denn es nährt beide Seiten.

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Die Schuster und die schlechtesten Schuhe – Wie gut sorgen Sie als Unternehmer für sich?

Mein Lieblingsschuster äh -Webdesigner und Partner seit 6 Jahren ist Steve Vivash. Ohne seine geduldige Hilfe wäre ich als Quereinsteigerin niemals so schnell so erfolgreich geworden. Eigentlich müsste ich mich einmal am Tag niederwerfen vor Dankbarkeit (das meine ich nicht ironisch!)
Und das musste ich vorweg sagen, denn alles, was jetzt kommt, klingt nicht so nett (ich habe es aber vorher mit ihm abgesprochen, dieser Artikel wird also unsere Beziehung nicht belasten).

Steve ist als Webdesigner ein Schuster in Flipflops. Ich kenne ihn also 6 Jahre, und seit dieser Zeit hat er diese Website: www.touchwood.de. Die Fliege bewegt sich erst seit ca. einem Jahr, vorher war da nur eine Startseite und ein Impressum, alles winzig geschrieben.

Manchmal möchte ich ihn mit ins Boot bzw. in einen Auftrag holen, aber ich konnte meinen Kunden nie Referenzen zeigen. Ich musste ihn händeringend anflehen, dass er überhaupt irgendwelche Projekte auf seine Website stellt.
Jetzt hat er zwar endlich Projekte auf seiner Seite, benutzt aber leider Flash. An WLAN-schwachen Tagen braucht die Seite fast zwei Minuten, bis man die Referenzen endlich sehen kann. Und sie kleben am oberen Bildschirmrand.

Ich hatte ihm angeboten, ihm die Texte kostenlos zu schreiben, weil er mir schon so viel geholfen hat. Soll ich auch. Aber da ist ja nix!

Wie kann man Werbung für Andere machen, wenn man so wenig für sich selbst tut?
Am Anrufbeantworter wird man von einer unpersönlichen Frauenstimme mit behauchtem Stimmansatz begrüßt, die nicht einmal die Telefonnummer erwähnt, so dass man nicht sicher sein kann, überhaupt die richtige Nummer gewählt zu haben.

Mein Mann hat mir mal erklärt, wie das zustande kommt. Obwohl er ihn nicht kennt, sagte er etwas Zutreffendes: “Weißt du, er ist mehr Künstler als Dienstleister. Er setzt lieber gar nichts ins Netz, als etwas Unperfektes zu veröffentlichen. Und weil er so viel zu tun hat, kommt halt nie was.”

Kann ja sein, aber manchmal ist es sogar bei Steve ruhig. Und dann könnte er doch mal für sich sorgen!
Ich habe ja auch immer viel zu tun, aber ich “kehre” meine Website genauso, wie ich mein Büro aufräume und putze, wenn Kunden kommen. Wenn ich Marketing anbiete, muss ich auch für mich gutes Marketing machen, damit meine Kunden sehen, dass ich es kann. Wenn sie mich nicht kennen, ist das ihre einzige Sicherheit. Ich muss zeigen, was ich gemacht habe, damit sie sich orientieren können, ob sie bei mir richtig sind.

Ein Fitnessberater sollte fit aussehen. Ein Finanzberater sollte wohlhabend sein. Ein Paarberater darf kein eingefleischter Junggeselle sein. Und ein Grafik- und Webdesigner braucht eben eine aussagekräftige Website mit Referenzen. Ist doch logisch, oder?

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Kokowääh und ich

Am Freitag waren wir, also die ganze Familie in Kokowääh, dem neuen Til Schweiger-Film. Natürlich sind die Charaktere und Dialoge ziemlich scherenschnittartig. Egal. Ich mag Til Schweiger. Weil er seine Tochter so sehr liebt. Das öffnet mein Herz, und dann kann er nichts mehr falsch machen, auch nicht, wenn er in allen Filmen immer dieselbe Rolle spielt und wenn man bei allem, was seine Tochter sagt, sofort weiß, dass er das geschrieben hat. Ich sehe das Gleiche wie alle Kritiker, aber ich komme einfach zu einem anderen Ergebnis. :-)

Was mir allerdings zu schaffen gemacht hat, war der mit Musik unterlegte Nachspann-Film, in dem alles so gut war: Henry mit Magdalena im öffentlichen Brunnen, beim Backen, beim Boxen, ihr “anderer” Vater und sie beim Flaschenpost-Wegwerfen, alle zusammen beim Gemeinsam-Feiern usw. Ich erkannte, wie selten ich mit meinen Kindern gemeinsam backe und Post-Flaschen wegwerfe (haben wir noch nie gemacht – an wen auch?), und dass ich ihnen noch nie eine Tüte Mehl über den Kopf geschüttet habe.
Ich war hin und hergerissen, ob man eigentlich nur dann eine gute Mutter / ein guter Vater ist, wenn man seinem Kind mindestens einmal im Leben aus lauter Spaß eine Tüte Weißmehl über die Birne geschüttet hat, oder ob das eh nur im Film vorkommt, weil es hinterher eben nicht Til Schweiger ist, der die Sauerei wieder wegputzt, sondern die unzähligen Helfer, die im Abspann genannt werden.
Aber muss ich, um Spaß zu haben, mit meinen Kindern durch den Opernplatz-Brunnen tollen? Ich hasse kaltes Wasser. Ich gehe nicht mal gerne Schwimmen. Bin ich langweilig?

Das klingt jetzt vielleicht lustig, aber so lustig ist mir dabei gar nicht zumute.
Ich sorge mich wirklich, ob ich vom Alltag aufgefressen werde, so dass ich gar keinen Raum mehr für Blödsinn mit meinen Kindern habe.
Da geistert es wieder herum, das alte Monster “Idealmutter”.
Hi.
Du kannst mich mal.
Vom Mir-Vorwürfe-Machen wird es auch nicht besser.
……….
Ach egal, ich mach’ mich jetzt einfach locker.
Schönen Sonntag noch. :)

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Heizung geht wieder – und jetzt bearbeite ich den Arbeits-Rückstau

Nur kurz: Seit letztem Samstag (!) geht die Heizung wieder. Von Dienstag bis Freitag war sie kalt, und nur an einem Tag hatte ich mal das Büro in die Küche umgesiedelt. Dann habe ich gemerkt, dass ich dort sowieso nicht arbeiten kann, weil ständig jemand reinkommt und mich anspricht.
Im Büro war es so kalt, dass ich es nur in Mantel und Handschuhen 15 min ausgehalten habe, so dass ich nur die allernotwendigsten Arbeiten getan habe. Eigentlich habe ich nur mal Emails durchgeschaut.

Das bedeutet, dass ich jetzt tiiiierisch viel Arbeit habe, und einige Auftraggeber runzeln schon die Stirn, trommeln mit den Fingerspitzen oder atmen einfach tief ein – oder aus.

Ich tue was ich kann, aber wenn ich mich hetze, kommt nichts Gescheites dabei heraus.
Daher bitte ich alle Menschen, die mich erreichen wollen oder auf etwas von mir warten, um Geduld und Verständnis.

Danke!

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Heizung kaputt – Büro geschlossen.

Ich sitze hier in Mantel und Handschuhen, und die Tastatur ist eisig (ich trage fingerlose Handschuhe). Gestern Abend ist nämlich völlig überraschend die Heizung ausgefallen. In meinem Büro sind es geschätzte 10 Grad, vielleicht auch weniger. Zumindest sehe ich noch keinen Atemhauch.

Ob das Heizöl leer ist oder die Heizung selbst ein Problem hat, erfahre ich hoffentlich um 14 Uhr vom Installateur. Morgen müsste alles wieder ok sein, denn Öl bekomme ich nachher auch noch.

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Zwei gleiche Logos – wer hat hier wohl von wem geklaut?

Ich habe den Auftrag, ein Logo mit einem Bergkristall zu erstellen. Ich habe einen Entwurf gemacht, aber die Auftraggeberin ist der Ansicht, ein Bergkristall müsse einen Fuß haben.  Ich bin zwar immer für einfache Logos, aber ich recherchierte im Internet “Bergkristall” und “Logo”. Und ich fand etwas Interessantes: einen Steinladen in der Rhön und ein Hotel im Allgäu, beide mit dem Namen Bergkristall und – mit einer nahezu identischen Bildmarke.

Hier geht’s zum Steinladen http://projekte.imnetz.eu/seminarhaus-trumpf/laden/bergkristall_logo.jpg (Sorry, aus irgendeinem Grund konnte ich das nicht als Link einfügen) und hier zum Hotel: http://www.bergkristall.de.

Aber vielleicht haben die verantwortlichen Designer ja nur die selbe Grafik gekauft – bei Fotolia oder Istockphoto?
Komisch ist es trotzdem.

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Thema Suchmaschinenoptimierung – Wie ich eine Massage-Anbieterin gefunden habe

Ich habe eine Massageanbieterin gesucht, und zwar in meiner Nähe, weil ich gerne wöchentlich eine Massage hätte. Ich kenne zwar einige gute Therapeuten, aber sie sind alle mindestens 20 Autominuten entfernt, und ich will nicht immer so weit fahren.

Was habe ich also gegoogelt? “Massagen, Frankfurt.”
Viele Anbieter hatten einen Google-Map-Eintrag, und genau diesen habe ich genutzt.

Lektion 1: Tragen Sie sich bei Google Maps ein!

Ich suchte a) nach der Entfernung von meinem Wohnort und b) nach einer sympathisch wirkenden Person. Was bedeutet, diese Person sollte eine Website haben. Ich fand auch Massageanbieter ohne Website, aber die habe ich nicht kontaktiert, denn ich will wissen, mit wem ich es zu tun habe. Ich kaufe nicht gern die Katze den Therapeuten im Sack – vor allem dann nicht, wenn es noch andere Bewerber mit Website gibt.

Lektion 2:  Lassen Sie eine Website bauen, und -bitte!- platzieren Sie dort ein Foto!

Man weiß immer gern, mit wem man es zu tun hat. Vor allem, wenn die Person am Körper arbeitet. Gilt aber auch für andere Dienstleistungen, wo man viel persönlichen Kontakt hat.

Ich fand eine sympathische Frau in meinem Nachbarort. Sie bietet Shiatsu, Entspannungsmassagen und Reconnection an. Ich könnte sogar mit dem Fahrrad dorthin fahren! Perfekt.

Es war eine lustige, spannende Erfahrung, selbst Kundin zu sein und den Satz zu sagen, den ich selbst täglich höre: “Guten Tag, ich habe Sie im Internet gefunden. Ihre Seite hat mich angesprochen, und ich möchte gern einen Termin haben.” :-D

Als ich der Dame sagte, dass mein Rücken ständig verspannt ist, warnte sie mich, dass sie nur vorbeugend arbeite und dass es sich nur um eine Wellness-Massage handele. Ich beruhigte sie und sagte: “Ja, ich weiß. Ich bin Texterin und arbeite überwiegend für Menschen wie Sie. Ich weiß, dass Sie das sagen müssen.” In diesem Zusammenhang empfehle ich den Blogartikel: “Die schwammigen Formulierungen und fehlenden Referenzen der Geistheiler”

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Juhuu! Hugendubel verkauft mein Buch!

Der Verkauf meines Buches beginnt hoffnungsvoll – ich selbst habe schon 15 Exemplare verkauft und bei Amazon waren heute acht Exemplare.

Und heute erhielt ich eine Email von Hugendubel, dass sie mein Buch in der Wirtschaftsabteilung gerne präsentieren würden. Wow, was bin ich stolz! Ich bin allerdings nicht sicher, ob es in der Wirtschaftsabteilung gut aufgehoben ist und habe der zuständigen Einkäuferin kommuniziert, dass ich es in der Esoterik-Abteilung sinnvoller finde. Mal sehen. Jedenfalls freue ich mich total.

Jetzt kann ja nichts mehr schiefgehen.

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Bauer sucht Frau – warum sie sich “lieben”

Meine Kinder und ich schauen gerne “Bauer sucht Frau” in RTL. Diese Serie ist sozusagen meine visuelle Chips-Tüte – wenn man einmal angefangen hat, kann man nicht aufhören.

Aber immerhin dient diese Serie dazu, bestimmte Lehren zu ziehen.
Am 06.12., sagten Johannes und Anja sowie Willy und Rosi zueinander, sie liebten sich bzw. hätten sich ineinander verliebt. Auch Martin und Jenny sowie Lämmes und Monika sind sich zugeneigt. Und selbst der zahnlose Gerhard und Sigrun können sich ein Leben miteinander vorstellen.
Wow, was für eine Erfolgsquote! Mehr lesen »

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Mein Buch – schon die dritte Auflage :-(

Vor ein paar Tagen erhielt ich einen Brief von einer Expertin, die ich eigentlich in meinem Adressteil nennen wollte. Ich hatte das mit ihr auch telefonisch besprochen – leider hatte ich ihr nicht den Text geschickt. Ich hatte darauf vertraut, dass ich alles richtig geschrieben hätte. Aber ich hatte ein “Registered”-Zeichen vergessen, von Behandlungen gesprochen, welche die Expertin durchführe (blöder Fehler von mir, denn das Wort darf sie gar nicht verwenden) und ich habe eine Methode erwähnt, für die sie noch nicht zertifiziert ist. Da kann sie Ärger bekommen. Blöd von mir.

Aber warum erhalte ich diese Informationen per eingeschriebenem Brief mit Rückschein? Warum so scharfe Geschütze? Einen E/S-Brief versendet man, wenn der Empfänger den Erhalt bestreiten könnte, oder wenn der Inhalt auf keinen Fall verloren gehen darf. Ich frage mich, was ich ihr angetan habe, dass sie denkt, ich könne den Posteingang bestreiten.
Es kann natürlich auch sein, sie macht das, damit ihr der Erfinder der Methode nicht ans Bein pinkeln kann. Vielleicht fährt sie so scharfe Geschütze auf, damit ihr niemand nachsagen kann, sie habe zu lasch reagiert? Oder vielleicht ist der sie beratende Anwalt ein Terrier und verschickt grundsätzlich alles per Einschreiben/Rückschein? Auch Mandantenbriefe? Und deswegen soll sie das lieber genauso machen?

Ich hatte jedenfalls weiche Knie und war sehr erschrocken.
Sie wolle nicht als mein Werbeträger fungieren, schrieb sie weiter, und mein Verhalten sei ein klarer Vertrauensbruch. Interessante Art, den Sachverhalt zu interpretieren. Ich frage mich, wo ich sie eigentlich als Werbeträger benutze, wenn ich sie als Expertin nenne? Worin liegt der Vertrauensbruch? Muss ich das verstehen? Bin ich vielleicht blöd und kriege es nicht mit?

Ich habe mich entschuldigt – schriftlich, denn ich darf sie nicht mehr anrufen. Hat sie extra in den Brief geschrieben. Ausschließlich schriftlich. Ok.

Ich habe das Buch sofort bei BoD gestoppt, eine dritte Auflage gemacht und sie herausgenommen.
In den 100 Exemplaren, die ich in den nächsten Tagen zum Abverkauf erhalte, werde ich ihren Eintrag überkleben.
Wunschgemäß habe ich alle Hinweise, dass sie je meine Kundin war, von meiner Website genommen.

Dass ich eine dritte Auflage machen muss, hat aber auch ein Gutes.
Mir sind nämlich noch einige Fehler aufgefallen, die ich in der zweiten Auflage auch trotz adlerscharfem Blick noch übersehen hatte. Diese habe ich jetzt ausgemerzt. Mal sehen, welche ich dann noch finde.

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Wie weit geht mein Auftrag – soll ich nur ausführen oder auch beraten?

Fast immer mache ich sehr gute Erfahrungen mit meinen Kunden: sie kommen zu mir, weil sie keine Ahnung von Marketing haben, und folgerichtig sind sie dankbar, wenn ich sie berate.
Sie haben meine bisherigen Arbeiten gesehen, diese haben ihnen gefallen, und nun vertrauen sie darauf, dass ich in ihrem persönlichen Fall nicht an plötzlicher Geschmacksverirrung leide.
Sie sagen zwar, wie sie etwas gerne hätten, aber wenn ich ihnen aus design-technischen Gründen davon abrate, lassen sie von ihrer Idee ab.
Oder ich mache einen Entwurf, er gefällt einem Kunden nicht, er sagt es mir, und ich ändere ihn ab.

Es gibt jedoch auch Ausnahmen:
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Jeden Tag Spam-Kommentare :-(

Ich bin total genervt. Jeden Tag erhalte ich Benachrichtigungen über Kommentare, und jedesmal ist es nur Spam. Ständig schreiben mir begeisterte Menschen in Englisch, wie toll sie meine (deutschen!) Artikel fänden. Wenn sie meine Artikel so toll finden, könnten sie das doch auch in Deutsch schreiben, denn sie haben sie ja offensichtlich verstanden, oder?
Nein, ich bin natürlich nicht so blöd, anzunehmen, dass sie sie gelesen und verstanden hätten.
Manche Kommentare sind auch in Russisch.
Und einer war sogar in Deutsch, hatte aber eine Viagra-Seite angegeben.
Und das Allerkrasseste war bisher ein Anwalt, der einen vollen Werbeartikel über sich als Kommentar abgegeben hatte.
Wer einen guten Tipp für mich hat, wie ich das eindämmen kann, der schreibe mir bitte. Aber in Deutsch! Ich lösche alles, was keinen direkten inhaltlichen Bezug zur Website hat.

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Fundstück “Des Kaisers neues Marketing”

Dieses tolle Video habe ich heute in Twitter gefunden:

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Mömax wirbt für Ikea

Zugegeben, die Werbespots von Mömax sind witzig: Wenn das Mädchen sich seinen zudringlichen neuen Freund dadurch von der Wäsche fernhält, dass es auf seinen Jungfrauenstatus hinweist, und wenn kurz darauf das Nachtschränkchen aufgeht und ein Haufen Kondome herausfallen, dann ist das lustig.

Aber was ich nicht verstehe, ist, warum ein Möbelhaus sich dadurch definiert, dass es sich ständig mit einem Konkurrenten vergleicht. Auf diese Weise ist Ikea immer mit dabei, wenn Mömax Werbung zeigt, und deswegen ist Mömax-Werbung eigentlich Ikea-Werbung.
Und auf diese Weise muss Mömax sich auch bei der Leistung immer mit Ikea messen.
Ikea soll zwar schlecht aussehen, tut es aber nicht. Denn es stimmt ja nicht, dass Lampen herunterbrechen (wie im Strumpfhosen-Spot), oder dass Nachttischtüren aufgehen. Wir haben eine Menge Ikea-Möbel und sind sehr zufrieden damit. Sie sind leicht aufzubauen und halten lange.

In den Spots, wo blau angezogene Schweden in der Küche oder im Schlafzimmer einer Frau herumstehen, sind diese Schweden überwiegend sehr attraktiv. Aber wo ist die Werbeaussage? “Schmeißt die Schweden raus!” wird gesagt. Ja, aber warum denn, wenn sie so niedlich aussehen? (Ok, nicht alle.) Um mir ganz ähnlich aussehende Mömax-Möbel ins Wohnzimmer zu stellen? Wer weiß, ob die so gut sind wie die von Ikea? Sind sie schöner? Nein, sehen höchstens genauso aus. Sind sie billiger? Falls ja, will ich lieber nicht wissen, wie, wo und unter welchen Umständen sie hergestellt werden.

Hoffentlich hat Mömax den Mund da nicht zu voll genommen.
Bin gespannt, wie das weitergeht.

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Missglückte Werbung – Bürger Maultaschen

Ich fahre jeden Morgen an diesem Plakat vorbei. Jedes Mal wollte ich es fotografieren, jetzt habe ich es endlich getan. Warum? Weil dies nach meinem Geschmack eine grauenvolle Werbung ist.

Die Idee dahinter ist ja nicht schlecht – ein Lebensmittel wird grün vor Neid, weil es gegen die Maultaschen nicht ankommt. Ok.

Aber es funktioniert nicht. Denn mein Auge unterscheidet ja nicht zwischen dem ekligen Ketchup und den leckeren Maultaschen. Natürlich bleibe ich an dem grünen Ketchup hängen – die Firma hat also meine Aufmerksamkeit. Aber diese Aufmerksamkeit nützt ihr leider gar nichts, weil ich eine unangenehme Assoziation mit dem Bild verbinde. Wenn ich ein giftgrünes Lebensmittel sehe, will ich es nicht essen – und auch nichts in der unmittelbaren Umgebung.

Es ist eine typische Antiwerbung, auch wenn sie leider nicht als solche gedacht war. Und leider reimt sich Bürger auch noch auf Würger. Und es würgt mich tatsächlich, wenn ich etwas derart Grünes als Lebensmittel sehe. Das Ketchup sieht aus, als wäre es ungenießbar – und auch wenn es bei den Maultaschen nur die Verpackung ist, die eine unangenehme grüne  Farbe hat (Maultaschen selbst sind auch leicht grün, aber da stört es mich nicht), greift der Effekt auf die beworbenen Maultaschen über.

Mal sehen, wie lange es dauert, bis die Firma es merkt. Oder vielleicht bin auch nur ich so empfindlich? Kann natürlich auch sein.

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Jeder Mensch hat einen Nintendo DS im Kopf. Mit einem maßgeschneiderten Spiel.

(Oleg Verbitsky/Kurhan@fotolia.de)Ich war gestern bei einem (für 53,- Euro übrigens ziemlich kurzen!) Vortrag von Eckhart Tolle, und auf der Heimfahrt fiel mir ein gutes Bild zum Thema Kommunikation ein:

Auch diejenigen unter uns, die sich nie eine Spielkonsole kaufen würde (zu diesen gehöre auch ich), haben sozusagen ständig eine unsichtbare Konsole vor dem Kopf: Unsere Gedanken, unsere Bewertungen, unsere Interpretationen und Vergleiche sind kaum besser, als wenn wir wirklich so ein Kästchen mit uns herumtragen und darauf herumtippen würden. Mehr lesen »

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Fundstück der Woche – endlich mal eine super Website!

Walthers gesunde Obstsäfte

Walthers gesunde Obstsäfte

Besuchen Sie mal die Seite www.walthers.de – es ist “nur” eine Kelterei, aber es ist die am besten aufgestellte Kelterei, die ich je gesehen habe.

Auf der Website werden Sie empfangen mit einem tollen Video der Inhaberin (?) – diese läuft in Jeans und T-Shirt ins Banner rein und redet mit Ihnen und erklärt Ihnen einfach, wie die Website funktioniert und was man machen kann. Sie stockt ein bißchen, ist auch ein bißchen verlegen – und das ist einfach sehr goldig und sympathisch.

Die Fotos sind nett, die Texte sind “ganz normal” – und all das ist sehr professionell, weil es die Kunden wirklich erreicht. Mich zumindest hat die Seite total überzeugt, und ich bin geneigt, dort zu kaufen, weil ich die Frau so nett finde.

Mein Fazit mal wieder: Zeigen Sie sich.

Seien Sie so authentisch wie möglich.
Man kauft nicht nur den Apfelsaft, man kauft die ganze Nettigkeit der Frau dazu. So funktioniert Marketing.

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“Naheliegendste” und andere Verirrungen der deutschen Sprache

Im normalen Sprachgebrauch haben sich Worte etabliert, die bei näherer Betrachtung vollkommen unsinnig sind. Sie setzen sich meist zusammen aus einem Adjektiv und einem Präsens-Partizip: z.B. naheliegend.

Eine Entscheidung ist naheliegend – ok. Soweit kann ich noch mitgehen.
Manche Entscheidungen liegen aber näher. Wenn man das ausdrücken will, wird daraus seltsamerweise naheliegender. Statt der Nähe wird also das Liegen gesteigert. Und das Liegen kann man noch weiter steigern: “Am naheliegendsten ist es, …”.

Der Bedeutung nach müsste eigentlich das Adjektiv gesteigert werden – anders kann es auch nicht sein. Naheliegend würde also gesteigert in näherliegend und nächstliegend: “Das Nächstliegende ist, …” Aber meistens lese ich naheliegender oder das Naheliegendste.

Das ist falsch – schon allein nach der Logik des Lebens: man kann liegen, und man kann schlafen, während man liegt. Aber man kann das Liegen selbst nicht steigern. Horizontaler als horizontal geht’s nicht.

Es gibt in der deutschen Sprache viele solcher Beispiele, und leider sind sie so etabliert, dass man sie nicht grammatikalisch richtig steigern kann, ohne überall Irritation hervorzurufen:

Schwerwiegend - wird leider nicht zu schwererwiegend oder schwerstwiegend, sondern zu schwerwiegender.

Leichtgängig - wird zu leichtgängiger, aber nicht zu leichtergängig.

Kleinmütig - müsste eigentlich zu kleinermütig werden – und zu kleinstmütig, wenn es im Superlativ steht.

Erfolgversprechend - da kann man eigentlich gar nichts steigern.

Doch wie soll man’s machen, wenn es überall so falsch gemacht wird, dass das Richtige komisch klingt?

Wenn ich eine Steigerung von naheliegend oder schwerwiegend brauche, vermeide ich diese Worte und drücke mich anders aus.

Wenn Sie wollen, können Sie mir weitere Beispiele schicken. :-)

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Berühmte Werbeagenturen brauchen keine benutzerfreundliche Website

Stefanie Voss von www.cutwater.de hat vor wenigen Tagen in Twitter eine Seite verlinkt, auf der man fast nicht navigieren kann: www.leoburnett.ca.  Es handelt sich um die Werbeagentur Leo Burnett (wie der Domainname schon sagt).

Es ist leichter, auf der Wiese unsere Meerschweinchen einzufangen, als in diesem Internetauftritt irgendwo hin zu kommen. Sie ist natürlich supercool, aber wenn man den Programmierungsaufwand in Bezug zum Inhalt setzt, dann schneidet letzterer sehr schlecht ab. Sie macht spannende Geräusche und hält überall kleine Überraschungen bereit (explodierende Äpfel, aus denen beeindruckende Sinnsprüche aufsteigen), ist aber leider sehr unübersichtlich.

Eine solche Website können Sie sich leisten, wenn Sie eigentlich keine mehr brauchen, um Kunden zu gewinnen.
Hier wird der Zweck vollkommen umgedreht – die kleine Werbeagentur von nebenan versucht, mit gelungener SEO bei Google auf Seite 1 zu kommen, aber Leo Burnett ist offenbar so groß und bedeutend, dass die Website nicht mehr informieren muss, sondern nur noch beeindrucken soll. Der Kunde findet sich zwar nicht zurecht, aber die Art und Weise, wie er verloren geht, ist für ihn spannend wie ein Vergnügungspark. Die Zielperson ist ganz offensichtlich ein technik- und designverliebter Mann, denn während mir fast schwindlig wurde, weil sich alles so schnell bewegte und ich mir nicht merken konnte, wo sich welcher Inhalt versteckt hatte,  sagte mein Mann nur staunend: “Geil!”

Und es stimmt schon – sie ist geil.
Aber ich finde sie trotzdem blöd.
Kann aber auch Neid sein. :-)

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“Normale Kommunikation”, wenn ein Kind vom Pferd fällt…

Gestern ist meine Tochter zum zweiten Mal geritten – an der Longe. Erst ging alles gut, aber dann begann das Pferd, schnell zu galoppieren und sie fiel herunter und auf den Rücken. Ich rannte zu ihr und nahm sie in den Arm. Die Reitlehrerin ist ca. 17 und erklärte irgendwas – dass ich es nicht mehr weiß, ist bereits ein Symptom dafür, wie sinnvoll ihre Erklärung in diesem Zeitpunkt war. Mehr lesen »

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Geistheiler und Werbung – Beschluss BVerfG vom 20. März 2007

(Der Text stammt aus dem Original-Urteil – ich habe ihn gekürzt und leicht abgeändert, damit er ein bißchen leichter verständlich ist. Viel habe ich daran aber nicht geändert, daher ist er immer noch sehr juristisch.)

Die Beschwerdeführer sind als sogenannte Geistheiler tätig und wenden sich gegen Entscheidungen, durch die sie wegen Verstoßes gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) in Verbindung mit dem Gesetz über die Werbung auf dem Gebiete des Heilwesens (Heilmittelwerbegesetz – HWG) zur Unterlassung bestimmter Werbeaussagen in ihrem Internetauftritt verurteilt wurden.

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Heilen, ohne HP oder Arzt zu sein – was dürfen Sie sagen, was nicht

Ich freue mich, dass mein Jurastudium manchmal noch zu etwas nützlich ist, denn so kann ich Heiler darüber beraten, was sie schreiben dürfen – und was sie auf keinen Fall schreiben sollten.

1. Wer darf Heilversprechen abgeben?

Heilung versprechen darf niemand, nicht einmal Ärzte oder Heilpraktiker.
Aber sie dürfen zumindest heilen, sie dürfen also sagen, dass sie bestimmte Methoden gegen Krankheiten anwenden.

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Nochmal: bitte Verben statt Substantive!

Ich bin gestern gefragt worden, warum ich Verben unbedingt in Substantive verwandeln will. Um dies zu erklären, habe ich die Branche gegoogelt, bei der ich wusste, dass ich dort die substantivreichsten Sätze finden würde. Ich wurde nicht enttäuscht – folgenden Text fand ich auf einer Anwaltsseite:

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“Wenn Sie Kommunikation anbieten, müssten Sie aber anders reden.”

Diesen Satz habe ich vorgestern erst wieder gehört. Und auch ein Kunde von mir, der Anwalt und Mediator ist, hat in einer Gerichtsverhandlung ( in der er sich mit dem Gegner oder dem Richter gestritten hatte) gehört, er sei aber ein komischer Mediator.
Aha.

Mediatoren hören also auf zu streiten, sobald sie ihre Mediationsausbildung abgeschlossen haben. Sie sind immer weichgespült, lieb und verständnisvoll.
Kommunikationstrainer verstehen jeden Menschen sofort, egal, ob sie ihn kennen oder nicht. Sie finden immer die richtigen Worte und werden nie wütend, egal, ob sie schlechte Laune haben oder ob ihr Hund gerade gestorben ist.
Ärzte werden nie krank – ist Ihnen das schon aufgefallen? Ärzte sind IMMER gesund. Weil sie Ärzte sind. Mit der Approbation hört das mit den Krankheiten auf. Ganz spannend.

Wenn mir früher jemand gesagt hat, ich müsse anders reden, weil ich Kommunikationstrainerin bin, habe ich das als Vorwurf aufgefasst und mich sogar gleich schuldig gefühlt. Mittlerweile betrifft es mich nicht mehr, denn ich weiß, dass jeder Mensch immer seine eigenen Vorstellungen der Welt zugrunde legt. Und als Mediatorin und Kommunikationstrainerin habe ich in den Augen vieler Menschen eine Garantenstellung, also eine Pflicht, mich besonders richtig zu verhalten – also richtig in ihren Augen.
Doch genauso, wie ein Arzt krank werden kann, kann ein Mediator streiten. Denn in erster Linie sind wir Menschen. Selbst wenn wir einen Beruf haben, der uns für eine bestimmte Fähigkeit sehr ausbildet, kann es sein, dass wir diese Fähigkeit nicht 24 Stunden am Tag zeigen können. Oder wollen. Nur weil ich Designerin bin, gestalte ich nicht jeden Einkaufszettel in InDesign. Nur weil ich Mediatorin bin, mediiere ich nicht kunstgerecht jeden Streit meiner Kinder. Ich mach’ das nur, wenn ich es will. Manchmal reagiere ich vielleicht auch mal diktatorisch.

Und manchmal bin ich nicht empathisch, obwohl ich Kommunikationstrainerin bin. Ich will nicht immer. Ich habe das gelernt, weil ich es wollte, aber ich lasse mich nicht dazu zwingen.

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Die schwammigen Formulierungen und fehlenden Referenzen der (Geist-)Heiler

Sie glauben jetzt vielleicht, ich wolle mich über Heiler und Geistheiler lustig machen. Das Gegenteil ist der Fall.

Heiler, Geistheiler, EnergyCoaches und sonstige feinstofflich arbeitende Unternehmer haben ein Problem: sie dürfen nicht behaupten, sie würden heilen. Auf keinen Fall. Sie verstoßen sonst gegen das Heilmittelwerbegesetz und machen sich strafbar. Das bedeutet, sie dürfen weder auf einer Website noch in einem Flyer mitteilen, bei welchen Krankheiten ihre Arbeit hilft. Was sie sagen dürfen, ist, dass sie die Selbstheilungskräfte unterstützen – und dieser Satz ist schon so ausgeleiert, dass er niemanden mehr begeistert. Obwohl er stimmt. Mehr lesen »

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Messeaussteller – NIEMALS das Formular des “Expo-Guide” ausfüllen

Gestern erhielt ich es wieder – das unheilvolle Formular der Firma Expo-Guide, der ich fast einmal auf den Leim gegangen bin.

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Oft ist ein Texter erstmal ein Coach.

Gestern zum Beispiel hätte ich einfach einen Text schreiben können – über ein Wellness-Inhouse-Seminar für Unternehmen. Meine (Stamm-)Kundin hatte mir eine umfangreiche Vorlage gegeben, und ich hätte loslegen können.

Aber die Vorlage war *räusper*… sagen wir mal ungeeignet.
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“Ihr seid Ökos und wir sind Assis” – Wie eine Freizeit für Gewaltfreie Kommunikation auch krasse Gegensätze verbinden kann

Ich war vom 13. bis 20. August mit meiner Familie auf einer Familienfreizeit für Gewaltfreie Kommunikation. Es war meine vierte Freizeit, und sie war die herausforderndste und berührendste, die ich je erlebt habe.

Schon am Ankunftstag zeichnete sich ab, dass diese Freizeit anders sein würde als die anderen. Erstens bildeten mein Mann, meine Kinder und ich zunächst die einzige Familie mit Mutter, Vater und Kindern, alle anderen waren alleinerziehend. Erst nach zwei Tagen kam eine weitere Familie an, wo die Elternteile noch zusammen sind.
Zweitens waren von 68 Teilnehmern nur 28 Erwachsene.
Drittens stammten 25 Personen aus äh… sozial benachteiligten Verhältnissen.

Zuerst dachte ich: “Ach, du lieber Gott – was wollen denn diiie hier?”
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Wieviel Überblick hat Ihr Grafik-Designer?

Manuel Tannert/Ieva Geneviciene

Manuel Tannert/Ieva Geneviciene

Viele von Ihnen haben das schon erlebt – Sie haben sich für richtig viel Geld eine Corporate Identity und eine Website bauen lassen (vielleicht sogar mit CMS), der Designer hat Sie mit wichtig klingenden Phrasen vollgequatscht, und hinterher sind Sie trotzdem nicht zufrieden.

Die Website wird nicht gefunden, weil sie nicht suchmaschinenoptimiert ist. Die Links sind als Grafiken eingebunden (wer macht denn sowas noch?!!), sie passt weder zu Ihnen noch zu Ihrer Zielgruppe. Jedes Mal, wenn Sie sie besuchen, seufzen Sie.

Wie kann man sowas vermeiden? Suchen Sie einen Designer mit einem richtig großen Überblick!

Sie brauchen einen Designer, der in größeren Zusammenhängen denken und sehen kann. Einen, der eine gute Intuition hat, seine Arbeit liebt, Sie als Auftraggeber sieht und Ihre Zielgruppe verstehen will. Aber woran erkennt man das? Hier sind ein paar Kriterien, die Ihnen helfen können: Mehr lesen »

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Seltsamer Konflikt zwischen Designer-Kollegen

Ich produziere seit einigen Jahren eine Broschüre zum Thema Oneness Deeksha und verkaufe sie auch. Sie hat ein DIN lang-quer-Format und umfasst zwölf Seiten. Sie hat den Zweck, sachlich über das Phänomen “Deeksha” zu informieren, damit man nicht bei jedem Menschen, dem man von Deeksha erzählen will, sich die relevanten Informationen neu aus den Fingern saugen muss (ich mag es einfach, Prozesse zu vereinfachen!). Ich schildere in der Broschüre meine eigenen Erfahrungen mit Deeksham, und die meisten Menschen, die sie bis jetzt gesehen haben, sind ziemlich begeistert von dieser Broschüre.
So weit, so gut.

Vor kurzem erhielt ich eine Email von einem neu eingeweihten Deekshageber. Er lobte die Broschüre (mit dem Hinweis, dass er auch Grafik-Designer ist) und fragte mich, ob er den Text “so verwenden” könne. Ich willigte ein und bat ihn, meinen Namen mit einem Link unter den Text zu setzen. Er fragte dann noch, ob ich den Text auch als Word-Dokument hätte. Nein, hätte ich nicht, antwortete ich, nur als Indesign-Datei, und die wolle ich ihm nicht schicken. Er solle den Text abschreiben.

Es vergingen einige Tage, dann sandte er mir eine neue Email mit der Information, dass er den Text jetzt eingepflegt habe: “Wie du siehst, habe ich den Text noch ein wenig geändert. Aber das tut dem Link ja keinen Abbruch…” Mehr lesen »

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“Ich würde Ihnen unsere Arbeit gerne in einem ausführlichen Gespräch vorstellen!”

Gerade sehe ich, dass ich schon einen Monat nichts Neues mehr geschrieben habe. Tststs, so kann man doch kein Blog führen! Die Geschichte, die ich jetzt mit Ihnen teilen möchte, ist mir schon vor einer Woche passiert, aber es war zu heiß und ich hatte zu wenig Zeit, über sie zu schreiben. Mal gucken, ob ich sie noch zusammenkriege:

Neulich klingelte das Telefon und ich hob ab. Eine Frau meldete sich: “Guten Tag, mein Name ist Finley, mein Kollege hat neulich auf einer Messe Ihre Karte mitgenommen. Wir sind ein weltweit tätiges Unternehmen im Bereich eCommerce, Gesundheit und Wellness und würden gerne mit Ihnen zusammen arbeiten. Sie beschäftigen sich doch mit Gesundheit und Wellness, nicht wahr?” Ich antwortete vorsichtig: “Ja, die meisten meiner Kunden sind auf diesem Sektor tätig. Wollen Sie mir was verkaufen, oder was?” “Nein, wir wollen Ihnen nichts verkaufen. Könnten wir uns mal zusammensetzen, damit ich Ihnen unsere Arbeit vorstellen kann?”
“Äh, das weiß ich noch nicht. Was genau machen Sie denn?”
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Dass hier auf einmal alles fett ist…

war eigentlich nicht meine Absicht. :-(

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Von der Unmöglichkeit, ein besserer Mensch zu werden…

Heute habe ich mal wieder jemanden getroffen, der wollte auf jeden Fall ein guter Mensch sein – und sich möglichst immer noch weiter verbessern. Es war ihm ganz wichtig, gute Taten zu vollbringen.

Ist es auch Ihre Absicht, ein besserer Mensch zu werden?

Und wenn ja – in welcher Hinsicht wollen Sie besser sein: Besser als die Anderen? Besser als vorher? Oder am besten beides?

Die unangenehme Wahrheit ist:

Schon die Absicht, ein guter Mensch sein zu wollen (und ein besserer Mensch werden zu wollen), hindert Sie daran, dieses Ziel wirklich zu erreichen.

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Bißchen spät, aber: Ich finde Lena echt klasse!

Ich muss das mal loswerden: Ich finde Lena Meyer-Landrut wirklich klasse.
Ich finde zwar nicht, dass sie eine Wahnsinnsstimme hat. Ich mag zwar den Song “Satellite” sehr und finde, dass er gut groovt, aber ihre Stimme ist ein bißchen gepresst.
Ist aber egal.

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Sterbebegleitung unter Bienen

Diesen berührenden Bericht habe ich heute von Kornelia Sinning erhalten, einer Heilpraktikerin, die jetzt in der Provence lebt (ich habe ihn sanft lektoriert):

Vor wenigen Tagen habe ich ein berührendes Schauspiel miterleben dürfen:
Mein Freund ist Imker. Als er nach getaner Arbeit ins Haus kam, saßen vier Bienen an seiner Jacke. Ich nahm die Bienen vorsichtig und setzte sie in ein Honigglas, weil ich sie mit der Lupe untersuchen wollte, ob sie eine Krankheit hatten. Normalerweise kann eine Biene alleine ohne Bienenstock nicht lange überleben, sie braucht ihre Brüder und Schwestern. Ich wusste also, dass diese vier Bienen früher oder später sterben würden.
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Die Anti-Werbung für Flyergestaltung – ein Witz in meinem Briefkasten

Am Samstag fand ich einen Flyer in meinem Briefkasten: Postkartenformat, schwarz, das Logo sichtlich mit der Hand entworfen “Flyer-Costums”, in Rot. Der Flyer warb für Flyergestaltung. Die angegebene Domain www.flyer-costums.de wurde nicht gefunden (kann sein, dass das mittlerweile anders ist, denn ich habe denen eine Email geschrieben). In Google fand ich sie dann und besuchte ihre Website unter www.highfly-dienstleistungen.de.

flyercustoms

Was für ein Reinfall! :-D DD

1. Ich finde die Seite zu dunkel.
2. Die Umlaute und Anführungsstriche werden nicht richtig angezeigt.
3. “Sie” wird klein geschrieben.
4. Die Texte sind in Grau.
5. Die Überschriften sind zu bunt.
6. Die Texte sind schlecht formuliert.
7. Einige Aussagen halte ich für unzutreffend.
8. Viel zu viele Ausrufezeichen.
9. Es sind zwar Referenzen angegeben, aber die entsprechenden Flyer werden nicht gezeigt. Der Kunde hat als Referenz also nur die “tolle” Website des Anbieters.

Fazit: Wer eine so billig aussehende Website macht, kann auch nur billig aussehende Flyer “designen”.

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Was ist eigentlich Gehirnwäsche?

Neulich sagte ein Gegenüber in einem Gespräch zu mir: „Was die da machen, ist aber schon Gehirnwäsche“. Doch was ist das eigentlich genau? Der Begriff geht auf den englischen Begriff ‘brainwashing’ zurück, der während des Koreakriegs entstand und eine Übersetzung aus dem Chinesischen ist: Während der Kulturrevolution unter Mao wurden Zehntausende chinesischer Professoren und Studenten zu sogenannten „Umerziehungsprogrammen“ aufs Land geschickt. Da kommt’s also her.

Aus meiner Sicht wird der Begriff Gehirnwäsche heute sehr leichtfertig verwendet. Mehr lesen »

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