Mein Lieblingsschuster äh -Webdesigner und Partner seit 6 Jahren ist Steve Vivash. Ohne seine geduldige Hilfe wäre ich als Quereinsteigerin niemals so schnell so erfolgreich geworden. Eigentlich müsste ich mich einmal am Tag niederwerfen vor Dankbarkeit (das meine ich nicht ironisch!)
Und das musste ich vorweg sagen, denn alles, was jetzt kommt, klingt nicht so nett (ich habe es aber vorher mit ihm abgesprochen, dieser Artikel wird also unsere Beziehung nicht belasten).
Steve ist als Webdesigner ein Schuster in Flipflops. Ich kenne ihn also 6 Jahre, und seit dieser Zeit hat er diese Website: www.touchwood.de. Die Fliege bewegt sich erst seit ca. einem Jahr, vorher war da nur eine Startseite und ein Impressum, alles winzig geschrieben.
Manchmal möchte ich ihn mit ins Boot bzw. in einen Auftrag holen, aber ich konnte meinen Kunden nie Referenzen zeigen. Ich musste ihn händeringend anflehen, dass er überhaupt irgendwelche Projekte auf seine Website stellt.
Jetzt hat er zwar endlich Projekte auf seiner Seite, benutzt aber leider Flash. An WLAN-schwachen Tagen braucht die Seite fast zwei Minuten, bis man die Referenzen endlich sehen kann. Und sie kleben am oberen Bildschirmrand.
Ich hatte ihm angeboten, ihm die Texte kostenlos zu schreiben, weil er mir schon so viel geholfen hat. Soll ich auch. Aber da ist ja nix!
Wie kann man Werbung für Andere machen, wenn man so wenig für sich selbst tut?
Am Anrufbeantworter wird man von einer unpersönlichen Frauenstimme mit behauchtem Stimmansatz begrüßt, die nicht einmal die Telefonnummer erwähnt, so dass man nicht sicher sein kann, überhaupt die richtige Nummer gewählt zu haben.
Mein Mann hat mir mal erklärt, wie das zustande kommt. Obwohl er ihn nicht kennt, sagte er etwas Zutreffendes: “Weißt du, er ist mehr Künstler als Dienstleister. Er setzt lieber gar nichts ins Netz, als etwas Unperfektes zu veröffentlichen. Und weil er so viel zu tun hat, kommt halt nie was.”
Kann ja sein, aber manchmal ist es sogar bei Steve ruhig. Und dann könnte er doch mal für sich sorgen!
Ich habe ja auch immer viel zu tun, aber ich “kehre” meine Website genauso, wie ich mein Büro aufräume und putze, wenn Kunden kommen. Wenn ich Marketing anbiete, muss ich auch für mich gutes Marketing machen, damit meine Kunden sehen, dass ich es kann. Wenn sie mich nicht kennen, ist das ihre einzige Sicherheit. Ich muss zeigen, was ich gemacht habe, damit sie sich orientieren können, ob sie bei mir richtig sind.
Ein Fitnessberater sollte fit aussehen. Ein Finanzberater sollte wohlhabend sein. Ein Paarberater darf kein eingefleischter Junggeselle sein. Und ein Grafik- und Webdesigner braucht eben eine aussagekräftige Website mit Referenzen. Ist doch logisch, oder?