1:0 gegen mein hochmütiges Ego :-DDD

Neulich hatte ich in meiner GFK-Übungsgruppe nur zwei Männer, weil es wie verrückt schneite und die anderen sich nicht getraut hatten, Auto zu fahren.
An diesem Abend wurde irgendwie der IQ thematisiert, weil einer der beiden Männer ein Thema mit seinem Sohn hatte. Beide Männer haben nach eigener Aussage einen IQ von 130 oder so, und beide haben Kinder, und mindestens einer ihrer jeweiligen Söhne hat ebenfalls einen sehr hohen IQ.

Die beiden Männer wussten ihren IQ nur, weil sie aus irgendwelchen Gründen zu IQ-Tests “genötigt” worden waren.

Und das Hauptthema des Abends drehte sich um Nachteile bzw. Schmerzen, die sich aus Hochbegabung ergeben. Auf die näheren Umstände kann ich nicht eingehen, weil ich die Privatsphäre meiner Teilnehmer schützen möchte. Was ich eigentlich erzählen möchte, ist, was danach passiert ist:

Einer meiner Haupt-Persönlichkeitsanteile hält sich auch für waaahnsinnig klug. Nach diesem Abend wollte dieser Persönlichkeitsanteil sich endlich beweisen, wie klug er war - auch wenn dies den anderen Teilen meiner Persönlichkeit etwas peinlich war. Das intelligente Ego machte im Internet auf dem Portal der Süddeutschen Zeitung einen IQ-Test. Endlich Klarheit. Endlich Gewissheit für seine Brillianz. Und es hie und da mal lässig in einem Gespräch fallen lassen können. Wär doch schön. Dachte sich mein Ego.

Es gab verschiedene Aufgaben in dem IQ-Test, und es fing ganz harmlos an mit Analogien. Alles richtig. Boah, ist das leicht, dachte sich mein Ego. Wenn das so weitergeht, sprenge ich die Skala. Dann Mathe. Ging schon langsamer, aber war überraschend besser als ich dachte. Dann Matrizen und geometrische Formen - welche gehört nicht dazu oder welche muss als nächste folgen? Alle sahen gleich aus - ich sah nur noch Karos, Kreise und Pfeile und mir schwanden fast die Sinne.  “Was für eine unwichtige Frage!”, dachte ich mir. Bei einigen fand ich die Logik, bei den meisten fand ich sie nicht. Viiiele Fehler. Ähem. Es begann, peinlich zu werden. Dann Zahlenreihen - welche ist die nächste? Hä? Alle Zahlen sahen völlig willkürlich aus, und ich hatte keine Ahnung, in welcher Weise sie zusammenhängen sollten.
Ich kreuzte wahllos irgendwelche  Zahlen an, damit es endlich fertig wurde. Dann wieder was, was ich konnte - logische Schlussfolgerungen. Auch da machte ich ein paar Fehler, aber das Meiste war richtig.

Und das Ergebnis? 89. Das ist unterdurchschnittlich. “Siehste, das hast du jetzt davon!” sagte ich zu meinem intelligenten Ego, “das kommt davon, wenn man angeben will!”. Und lachte es aus. Es hat mir beleidigt die Zunge rausgestreckt und “Häwäwä” gemacht.

Warum gehe ich damit so entspannt um und blogge das sogar?
Mal ehrlich - es ist hanebüchen, dass ich so schlicht sein soll. Das ist zum Glück ein so niedriger Wert, dass ich ihn einfach nicht glaube. :-) Außerdem ist es eine Zahl, und zu Zahlen habe ich ohnehin nur wenig Bezug.
Und als ich es einem der beiden 130-Männern erzählt habe (beim nächsten Übungsabend),  fand er auch, “das kann nicht sein”.
Na also. :-)

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