Amtsdeutsch

Gewisse Bücher scheinen geschrieben zu sein, nicht damit man daraus lerne, sondern damit man wisse, daß der Verfasser etwas gewußt hat.

J. W. v. Goethe

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Amtsdeutsch und Oberbegriffe -
Bitte lassen Sie Ihre Texte am Leben!

 

Amtsdeutsch und Oberbegriffe kommen oft gemeinsam mit Schachtelsätzen und Substantivierungen vor.
Sie tragen eine Uniform und können den Inhalt Ihres Textes exekutieren. Also hinrichten.

So habe ich selbst jahrelang geschrieben:

"In vorbezeichneter Angelegenheit erlaube ich mir, Ihnen mitzuteilen, dass Ihre Kindesunterhaltsberechnung fehlerhaft ist, da der Sohn meines Mandanten keine Berücksichtigung findet."

Kein Leben, kein Herz, nur kalte Worte.
Bitte machen Sie's anders.

Immer so einfach ausdrücken wie möglich!

"Sie haben in Ihrer Berechnung den Sohn meines Mandanten nicht berücksichtigt. Die Berechnung ist daher falsch."

Amtsdeutsch ist für Menschen, die Abstand wahren wollen. Die sich hinter Worten verstecken wollen. Für Menschen, die keine Verantwortung übernehmen wollen. Oder sich keine Mühe geben wollen.

Lieber konkret schreiben als abstrakt:

Wenn der Leser ein Bild sieht, liest er Ihren Text lieber.
Schreiben Sie über Magnolien und Narzissen statt über Blumen. Sagen Sie Ohrensessel statt Sitzmöbel.
Werden Sie konkret und helfen Sie dem Leser, sich etwas vorzustellen.
Schließlich wollen Sie ihm etwas mitteilen, oder?

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