Erst Anwältin, dann Mediatorin, Trainerin, Texterin und Designerin -
Die Odyssee zu meiner Berufung
Bis ich Texterin und Designerin wurde, habe ich viele Umwege gemacht:
Zuerst 3 Semester Germanistik - schwammig, brotlos.
Ich brauchte mehr Struktur, daher wechselte ich zu Jura - ein Studium mit klarer Zukunftsperspektive. Ich dachte, Anwältin zu sein könnte ein Spaß werden.
Doch bei der Vereidigung spürte ich die Verantwortung schwer auf meinen Schultern. Mit weichen Knien erwartete ich die Mandanten, und ständig stieß ich auf Themen, die ich nicht verstand und die mich nicht interessierten.
2000 wurde ich Mutter von Zwillingen und arbeitete erstmal fast nicht mehr.
2003 kam ich mit Einfühlsamer Kommunikation in Berührung - und war sofort infiziert. Ich besuchte Seminare & Freizeiten, machte ein Jahrestraining und eine Mediationsausbildung.
2004 trieb ich meine Anwaltstätigkeit wieder voran, schrieb juristische Artikel und baute meine Website aus. Es kamen wieder Mandanten - und damit Stress, Schriftsätze, Fristen und Gerichtstermine. Als ich 2005 eine dreimonatige Erkältung bekam, wurde mir klar, dass ich wirklich im falschen Beruf war.
Ich gab meine Akten an Kollegen ab und beschloss, nur noch von Gewaltfreier Kommunikation zu leben - und sofort fühlte ich mich erleichtert. Doch Kommunikationstraining ist schwer zu vermarkten, und so suchte ich mühsam einen Nebenjob. Um es kurz zu machen: ich ließ es irgendwann.
Eines Dezemberabends fragte eine Freundin, warum ich eigentlich nicht schreibe. Das könne ich doch am besten. Das war die Initialzündung für den Wörterfall.
Endlich im Traumberuf angekommen!
Eigentlich wollte ich ja nur texten, aber schon der erste Auftrag war ein komplettes Werbebanner. Design macht mindestens genauso viel Spaß wie Texten, daher mache ich das jetzt auch - und ich kann es scheinbar gut.
Die Anwaltszulassung habe ich übrigens zurückgegeben.
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