Redaktionelle Texte

Die Botschaft darf nicht die Überraschungstorte am Ende des Artikels sein!

Wissen Sie, dass der Leser nach drei Sekunden weg ist, wenn Sie ihn in dieser Zeit nicht kriegen?

Beobachten Sie sich einfach selbst, wenn Sie das nächste Mal die Zeitung lesen:

Die Überschrift macht Sie neugierig.
Sie beginnen zu lesen. Aber der erste Satz geht schon über fünf Zeilen und hat mehrere Verschachtelungen. Sie wissen nicht, worum es geht, worauf der Autor hinaus will und was Ihnen das nützt.

Sie überfliegen den nächsten Absatz, um zu prüfen, ob der Artikel vielleicht noch spannender wird. Sie finden noch mehr Substantive und noch längere Sätze.
Und -zack!- sind Sie weg.

Ich schreibe Ihren Artikel so, dass Ihre Zielgruppe sofort weiß, worum es geht und warum sie ihn lesen will.
In klaren Sätzen erfährt Ihre Leserschaft, was Sie eigentlich sagen wollen. In kurzen Sätzen, deutlichen Beispielen, kraftvollen Bildern und einfachen Worten halte ich Ihren Leser fest.

Ich schreibe nie reißerisch. Denn Produkte, die reißerische Texte brauchen, bewerbe ich erst gar nicht.

PR-Artikel

Sie erkennen ihn daran, dass Sie eine Anzeige schalten müssen, damit die Zeitung Ihren Artikel veröffentlicht.
Sie können ihn schreiben, wie Sie wollen, also auch Bewertungen verwenden. Dadurch merkt der Leser natürlich, dass es sich um keinen journalistischen Artikel handelt.

Wenn Sie einerseits die "Formulierungshoheit" haben wollen, andererseits aber wollen, dass der Artikel wie ein redaktioneller Beitrag klingt, dann müssen Sie (bzw. ich) die Presseregeln befolgen:

Der Artikel wird als Nachricht formuliert, d.h. nüchtern und ohne Bewertungen: umso weniger Sie Ihr Produkt anpreisen, umso sachlicher wird der Artikel klingen. Inhaltlich werden die "6 W-Fragen" abgearbeitet: Wer? Was? Wann? Wo? Wie? Warum?
Man beschreibt Fakten so konkret wie möglich (aber ohne Zahlen) und in der Reihenfolge: Kerninfo, Zusatzinfo, Hintergrundinfo.

Pressearbeit:

Neben den oben erwähnten Presseregeln muss man bei der Pressearbeit noch mehr beachten:

1. Sie brauchen ein Thema, das für die Medien so interessant ist, dass es unter einem der folgenden Faktoren eine Nachricht wert ist:
Geografische Nähe, Aktualität, Prominenz, Fortschritt, Human Interest, Folgenschwere, Dramatik, Konflikt, Kuriosität, Liebe/Sex.
Es ist ratsam, Ihre Kernaussage nur auf einen dieser Nachrichtenwerte zuzuschneiden.

2. Sie haben keine Hoheit an der Veröffentlichung. Der Artikel kann von der Redaktion gekürzt werden. Da immer von hinten gestrichen wird, muss das Wichtigste vorne erwähnt werden.